Chemolumineszenz mit Lucigenin
- Details
- Veröffentlicht am Mittwoch, 08. Juni 2011 00:00
- Geschrieben von Manfred Seidl
Versuchsbeschreibung:
Eine Lucigenin-Lösung und eine Natriumhydroxid/Wasserstoffperoxid-Lösung werden in einem abgedunkelten Raum in ein großes Reaktionsgefäß gegossen.
Verwendete Chemikalien:
| Chemikalie | Symbole | EUH- / H- / P-Sätze | Menge |
|---|---|---|---|
|
N,N'-Dimethyl-9,9'-biacridiniumdinitrat, C28H22N4O6
Synonyme: Lucigenin, 9,9´-Bis-(N-methylacridiniumnitrat)
CAS-Nr.: 2315-97-1 WGK: 3
|
|
- |
0.02g |
|
Natriumhydroxid, NaOH
Synonyme: Ätznatron
CAS-Nr.: 1310-73-2 WGK: 1 |
Gefahr |
H290: Kann gegenüber Metallen korrosiv sein. H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen. P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. |
0.8g |
|
Wasserstoffperoxid 30%, H2O2
Synonyme: Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
CAS-Nr.: 7722-84-1 WGK: 1 |
Gefahr |
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H318: Verursacht schwere Augenschäden. P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. |
5mL |
|
Ethanol 96% vergällt, C2H6O
Synonyme: Alkohol, Weingeist, Ethylalkohol, Sprit
CAS-Nr.: 64-17-5 WGK: 1
|
Gefahr |
H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar. P210: Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen fernhalten. Nicht rauchen. |
30mL |
Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:
Drei 300mL Erlenmeyerkolben, Glasstäbe, Spatel, 100mL Meßzylinder
Reaktionsgleichung:
Reaktion von Lucigenin mit Natronlauge zum Dihydroxy-Derivat:

Reaktion des Dihydroxy-Derivats mit Wasserstoffperoxid zu einem Dioxetan:

Zerfall des Dioxetans zu N-Methylacridon im angeregten Zustand:

Übergang des angeregten N-Methylacridons zum Zustand niedrigster Energie:

Erklärung:
Im ersten Reaktionsschritt wird aus Lucigenin und Natriumhydroxid ein Dihydroxy-Derivat gebildet.
Vorhandenes Wasserstoffperoxid führt dazu, dass ein Dioxetan (Peroxid) entsteht, welches nicht stabil ist.
Das Dioxetan zerfällt in zwei Moleküle N-Methylacridon, die sich in einem angeregten Zustand befinden.
Um einen Zustand niedrigster Energie zu erreichen, wird Energie in Form von Licht abgegeben. In dieser Zeit leuchtet die Lösung!
Versuchsdurchführung:
Lösung A: In einem 300mL Erlenmeyerkolben werden 0.8g Natriumhydroxid in 65mL dest. Wasser gelöst und mit 30mL Ethanol versetzt. Vor Versuchsbeginn gibt man der Lösung noch 5mL Wasserstoffperoxid 30% zu.
Lösung B: In einem 300mL Erlenmeyerkolben werden 0.02g Lucigenin in 100mL dest. Wasser gelöst.
In einem abgedunkelten Raum werden nun Lösung A und B in einem 300mL Erlenmeyerkolben vereinigt. Es zeigt sich eine prächtige Chemolumineszenz, deren Farbe (Wellenlänge des Lichts) stark von der Konzentration des Lucigenin abhängt. Die Farbe schwankt zwischen Blau und Grün.
Download











