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Chemolumineszenz mit Oxalylchlorid

Details

Versuchsbeschreibung:

Mit Oxalylchlorid, Essigsäureethylester, Wasserstoffperoxid und einem geeigneten Luminophor wird, eine Chemolumineszenz vorgeführt.

 

Verwendete Chemikalien:

Chemikalie Symbole EUH- / H- / P-Sätze Menge

Oxalylchlorid, C2Cl2O2

Synonyme: Oxalsäuredichlorid
M: 126.92 g/mol

CAS-Nr.: 79-37-8
EG-Nr.: 201-200-2

WGK: 1

Strukturformel Oxalylchlorid

GHS 06 - Totenkopf mit gekreuzten Knochen

GHS 05 - Ätzwirkung

Gefahr

EUH014: Reagiert heftig mit Wasser.

EUH029: Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase.

H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

H331: Giftig bei Einatmen.

H335: Kann die Atemwege reizen.

P304 + P340: BEI EINATMEN: An die frische Luft bringen und in einer Position ruhigstellen, die das Atmen erleichtert.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.

P309 + P310: BEI Exposition oder Unwohlsein: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen.

1mL

Essigsäureethylester, C4H8O2

Synonyme: Ethylacetat, Essigester, Ethylethanoat
M: 88.11 g/mol

CAS-Nr.: 141-78-6
EG-Nr.: 205-500-4

WGK: 1

Strukturformel Essigsäureethylester

GHS 02 - Flamme

GHS 07 - Ausrufezeichen

Gefahr

EUH066: Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen.

H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H336: Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.

P210: Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen fernhalten. Nicht rauchen.

P240: Behälter und zu befüllende Anlage erden.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

100mL

Wasserstoffperoxid 30%, H2O2

Synonyme: Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
M: 34.01 g/mol

CAS-Nr.: 7722-84-1
EG-Nr.: 231-765-0

WGK: 1

GHS 05 - Ätzwirkung

GHS 07 - Ausrufezeichen

Gefahr

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

10mL

Natriumsalicylat, C7H5NaO3

Synonyme: Salicylsäure Natriumsalz
M: 160.10 g/mol

CAS-Nr.: 54-21-7
EG-Nr.: 200-198-0

WGK: 1

Strukturformel Natriumsalicylat

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

P260: Staub/Rauch nicht einatmen.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

0.1g

 

Geeignete Luminophore:

Chemikalie Symbole EUH- / H- / P-Sätze Menge

9,9'-Bianthryl, C28H18

Synonyme: 9-(9-Anthryl)anthracen, 9,9'-Bianthracenyl, 9,9'-Bianthranyl, 9,9'-Bianthryl, 9,9'-Dianthracen, Bianthracen, Bianthryl
M: 354.44 g/mol

CAS-Nr.: 1055-23-8
EG-Nr.: -

WGK: 1

Strukturformel 9,9'-Bianthryl

 

-

Spatelspitze

9,10-Bis(phenylethinyl)-anthracen, C30H18

M: 378.46 g/mol

CAS-Nr.: 10075-85-1
EG-Nr.: 233-210-8

WGK: 3

Strukturformel 9,10-Bis(phenylethinyl)-anthracen

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H315: Verursacht Hautreizungen.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H335: Kann die Atemwege reizen.

P261: Einatmen von Staub/ Rauch/ Gas/ Nebel/ Dampf/ Aerosol vermeiden.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

Spatelspitze

9,10-Diphenylanthracen, C26H18

M: 330.43 g/mol

CAS-Nr.: 1499-10-1
EG-Nr.: 216-105-1

WGK: 3

Strukturformel 9,10-Diphenylanthracen

 

-

Spatelspitze

Magnesiumphthalocyanin, C32H16MgN8

Synonyme: Phthalocyanin Magnesiumsalz
M: 536.83 g/mol

CAS-Nr.: 1661-03-6
EG-Nr.: 216-766-6

WGK: 3

Strukturformel Magnesiumphthalocyanin

 

-

Spatelspitze

Perylen, C20H12

Synonyme: Dibenz(de,kl)anthracen
M: 252.31 g/mol

CAS-Nr.: 198-55-0
EG-Nr.: 205-900-9

WGK: 3

Strukturformel Perylen

 

-

Spatelspitze

Rhodamin 6G, C28H31N2O3Cl

Synonyme: Basic Red I
M: 479.01 g/mol

CAS-Nr.: 989-38-8
EG-Nr.: 213-584-9

WGK: 3

Strukturformel Rhodamin 6G

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

Spatelspitze

Rhodamin B, C28H31ClN2O3

Synonyme: Brillantrosa B, Safranilin, Rosazein
M: 479.02 g/mol

CAS-Nr.: 81-88-9
EG-Nr.: 201-383-9

WGK: 2

Strukturformel Rhodamin B

GHS 05 - Ätzwirkung

Gefahr

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

H412: Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.

P260: Staub nicht einatmen.

P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.

P280: Augenschutz tragen.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

Spatelspitze

Trans-9-(2-phenylethenyl)-anthracen, C22H16

M: 280.36 g/mol

CAS-Nr.: 42196-97-4
EG-Nr.: 255-705-8

Strukturformel Trans-9-(2-phenylethenyl)-anthracen

 

-

Spatelspitze

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:

10mL Messzylinder, 100mL Messzylinder, 250mL Messzylinder, Einwegpipette, Spatel, 100mL Becherglas, Magnetrührer, Rührfisch

 

Reaktionsgleichung:

Bei dieser Peroxioxalatchemolumineszenz reagiert Oxalylchlorid mit Wasserstoffperoxid. Wie die Reaktion im Einzelnen abläuft, wird noch immer diskutiert. Von allgemeiner Beliebtheit ist der Weg über das 1,2-Dioxetandion. Dieses wird in der Weise gebildet, dass das Peroxid die beiden Kohlenstoffatome der Carbonylgruppen, die, auch bedingt durch ihre Substituenten, partiell stark positiv geladen sind, nucleophil angreift. Bei der nun (zweimal) ablaufenden nucleophilen Substitution werden zwei Chloranionen und das 1,2-Dioxetandion erhalten:

Reaktionsgleichung Oxalylchlorid zu 1,2-Dioxetandion

Das 1,2-Dioxetandion ist trotz der bestehenden Ringspannung und der eingebauten reaktiven Heteroatome verhältnismäßig stabil. Erst nach Zusatz von Sensibilisatoren zerfällt das 1,2-Dioxetandion. Und zwar auf zwei verschiedenen Wegen: Der größere Teil (70%) zerfällt in zwei Moleküle Kohlenstoffdioxid, der Rest vermutlich zu Oxalsäureperoxianhydrid.

Reaktionsgleichung 1,2-Dioxetandion zu Kohlendioxid und Oxalsäureperoxyanhydrid

Dieses substituierte Dioxiran oder vielmehr der Zerfall dieses Moleküls bildet nun die entscheidende Grundlage für die Lumineszenz. Das sehr instabile Oxalsäureperoxianhydrid zerfällt seinerseits erst mal unter Abgabe von Kohlenstoffmonoxid zu Dioxiranon. Die Reaktion stoppt an dieser Stelle nicht, sodass es nun auch zu einem Zerfall des Dioxiranons zu einem weiteren Molekül Kohlenstoffmonoxid und atomarem Sauerstoff kommt.

Reaktionsgleichung Oxalsäureperoxyanhydrid zu Kohlenmonoxid und atomaren Sauerstoff

Das Sauerstoffradikal reagiert mit dem reichlich vorhandenen Kohlenstoffmonoxid zu angeregtem Kohlenstoffdioxid. Die Energie der Anregung kann auf den zu Anfang zugesetzten Sensibilisator, das Luminophor, übertragen werden. Das jetzt elektronisch angeregte Luminophor kann in den unangeregten Grundzustand zurückkehren, in dem die aufgenommene Energie in Form von Licht abgegeben wird:

Reaktionsgleichung Lumineszenz

Dieser Reaktionsablauf wäre der „Idealfall“. Doch ist es leider nicht so einfach, diesen Fall zu erwirken. Durch das Vorhandensein von recht reaktiven Verbindungen, vor allem der erwähnten Radikale und des Peroxids, kann es durchaus zu einer Vielfalt von unerwünschten Nebenreaktionen kommen, die den Reaktionsablauf hemmen oder erst gar nicht zustande kommen lassen.

Es ist allerdings möglich, die Reaktion durch Wahl geeigneter äußerer Bedingungen, wie dem Lösungsmittel oder dem richtigen pH-Bereich, in die gewünschte Richtung zu lenken.

Quelle der Herstellungsvorschrift, Reaktionsgleichungen: Christopher Lebeau, »icon Chemolumineszenz der Oxalsäureester unter besonderer Berücksichtigung substituierter kondensierter benzoider Aromaten und ihre Wirkung als Luminophore«, 2006

 

Versuchsdurchführung:

In einem 100mL Becherglas werden 25mL Essigsäureethylester vorgelegt und 1mL Oxalylchlorid zugegeben.

10mL Wasserstoffperoxid 30% werden in einem 250mL Messzylinder vorgelegt, darin 0.1g Natriumsalicylat und eine Spatelspitze Luminophor gelöst. Anschließend werden noch 75mL Essigsäureethylester zugegeben und der Messzylinder mit einem Rührfisch bestückt.

Der Messzylinder wird nun auf den Magnetrührer gestellt. Die Drehzahl sollte so gewählt werden, dass eine gute Durchmischung gewährleistet ist.

Der Raum wird abgedunkelt und die Oxalylchlorid-Lösung in den Messzylinder gegeben.

Es zeigt sich eine prächtige Chemolumineszenz. Die Farbe, Intensität und Leuchtdauer hängt vom jeweiligen Luminophor ab.

 

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