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Chemolumineszenz mit Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat

Details

Versuchsbeschreibung:

Mit Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat, Essigsäureethylester, Natronlauge 0.3%, Natriumbenzoat 0.3% bzw. Natriumsalicylat 0.3%, Wasserstoffperoxid 30% und einem geeigneten Luminophor wird, eine Chemolumineszenz vorgeführt.

 

Verwendete Chemikalien:

Chemikalie Symbole EUH- / H- / P-Sätze Menge

Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat, C14H4Cl6O4

Synonyme: 2,4,6-Trichlorphenyloxalat, TCPO, Oxalsäure-bis(2,4,6-trichlorphenyl)ester
M: 448.90 g/mol

CAS-Nr.: 1165-91-9
EG-Nr.: -

WGK: 3

Strukturformel Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H312: Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt.

H315: Verursacht Hautreizungen.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H335: Kann die Atemwege reizen.

P261: Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden.

P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen.

P301 + P312: BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

0.6g

Essigsäureethylester, C4H8O2

Synonyme: Ethylacetat, Essigester, Ethylethanoat
M: 88.11 g/mol

CAS-Nr.: 141-78-6
EG-Nr.: 205-500-4

WGK: 1

Strukturformel Essigsäureethylester

GHS 02 - Flamme

GHS 07 - Ausrufezeichen

Gefahr

EUH066: Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen.

H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H336: Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.

P210: Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen fernhalten. Nicht rauchen.

P240: Behälter und zu befüllende Anlage erden.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

100mL

Natriumhydroxid, NaOH

Synonyme: Ätznatron
M: 40.00 g/mol

CAS-Nr.: 1310-73-2
EG-Nr.: 215-185-5

WGK: 1

GHS 05 - Ätzwirkung

Gefahr

H290: Kann gegenüber Metallen korrosiv sein.

H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen.

P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

0.3g

Natriumbenzoat, C7H5NaO2

Synonyme: Benzoesäure Natriumsalz
M: 144.10 g/mol

CAS-Nr.: 532-32-1
EG-Nr.: 208-534-8

WGK: 1

Strukturformel Natriumbenzoat

 

-

0.3g

Natriumsalicylat, C7H5NaO3

Synonyme: Salicylsäure Natriumsalz
M: 160.10 g/mol

CAS-Nr.: 54-21-7
EG-Nr.: 200-198-0

WGK: 1

Strukturformel Natriumsalicylat

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

P260: Staub/Rauch nicht einatmen.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

0.3g

Wasserstoffperoxid 30%, H2O2

Synonyme: Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
M: 34.01 g/mol

CAS-Nr.: 7722-84-1
EG-Nr.: 231-765-0

WGK: 1

GHS 05 - Ätzwirkung

GHS 07 - Ausrufezeichen

Gefahr

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

1mL

 

Geeignete Luminophore:

Chemikalie Symbole EUH- / H- / P-Sätze Menge

9,9'-Bianthryl, C28H18

Synonyme: 9-(9-Anthryl)anthracen, 9,9'-Bianthracenyl, 9,9'-Bianthranyl, 9,9'-Bianthryl, 9,9'-Dianthracen, Bianthracen, Bianthryl
M: 354.44 g/mol

CAS-Nr.: 1055-23-8
EG-Nr.: -

WGK: 1

Strukturformel 9,9'-Bianthryl

 

-

Spatelspitze

9,10-Bis(phenylethinyl)-anthracen, C30H18

M: 378.46 g/mol

CAS-Nr.: 10075-85-1
EG-Nr.: 233-210-8

WGK: 3

Strukturformel 9,10-Bis(phenylethinyl)-anthracen

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H315: Verursacht Hautreizungen.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H335: Kann die Atemwege reizen.

P261: Einatmen von Staub/ Rauch/ Gas/ Nebel/ Dampf/ Aerosol vermeiden.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

Spatelspitze

9,10-Diphenylanthracen, C26H18

M: 330.43 g/mol

CAS-Nr.: 1499-10-1
EG-Nr.: 216-105-1

WGK: 3

Strukturformel 9,10-Diphenylanthracen

 

-

Spatelspitze

Magnesiumphthalocyanin, C32H16MgN8

Synonyme: Phthalocyanin Magnesiumsalz
M: 536.83 g/mol

CAS-Nr.: 1661-03-6
EG-Nr.: 216-766-6

WGK: 3

Strukturformel Magnesiumphthalocyanin

 

-

Spatelspitze

Perylen, C20H12

Synonyme: Dibenz(de,kl)anthracen
M: 252.31 g/mol

CAS-Nr.: 198-55-0
EG-Nr.: 205-900-9

WGK: 3

Strukturformel Perylen

 

-

Spatelspitze

Rhodamin 6G, C28H31N2O3Cl

Synonyme: Basic Red I
M: 479.01 g/mol

CAS-Nr.: 989-38-8
EG-Nr.: 213-584-9

WGK: 3

Strukturformel Rhodamin 6G

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

Spatelspitze

Rhodamin B, C28H31ClN2O3

Synonyme: Brillantrosa B, Safranilin, Rosazein
M: 479.02 g/mol

CAS-Nr.: 81-88-9
EG-Nr.: 201-383-9

WGK: 2

Strukturformel Rhodamin B

GHS 05 - Ätzwirkung

Gefahr

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

H412: Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.

P260: Staub nicht einatmen.

P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.

P280: Augenschutz tragen.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

Spatelspitze

Trans-9-(2-phenylethenyl)-anthracen, C22H16

M: 280.36 g/mol

CAS-Nr.: 42196-97-4
EG-Nr.: 255-705-8

Strukturformel Trans-9-(2-phenylethenyl)-anthracen

 

-

Spatelspitze

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:

2x 10mL Messzylinder, 50mL Messzylinder, Einwegpipetten, Spatel, Gummistopfen, Reagenzglas, 100mL Gewindeflasche, 250mL Becherglas

 

Reaktionsgleichung:

Chemolumineszenz:

Bei der Peroxioxalatchemolumineszenz reagiert ein Oxalsäureester eines Phenols mit Wasserstoffperoxid. Wie die Reaktion im Einzelnen abläuft, wird noch immer diskutiert. Von allgemeiner Beliebtheit ist der Weg über das 1,2-Dioxetandion. Dieses wird in der Weise gebildet, dass das Peroxid die beiden Kohlenstoffatome der Carbonylgruppen, die, auch bedingt durch ihre Substituenten, partiell stark positiv geladen sind, nucleophil angreift. Bei der nun (zweimal) ablaufenden nucleophilen Substitution werden zwei Moleküle des Nucleofugs (das bei der Veresterung eingesetzte Phenolderivat) und das 1,2-Dioxetandion erhalten:

Reaktionsgleichung TCPO zu 1,2-Dioxetandion

Das 1,2-Dioxetandion ist trotz der bestehenden Ringspannung und der eingebauten reaktiven Heteroatome verhältnismäßig stabil. Erst nach Zusatz von Sensibilisatoren zerfällt das 1,2-Dioxetandion. Und zwar auf zwei verschiedenen Wegen: Der größere Teil (70%) zerfällt in zwei Moleküle Kohlenstoffdioxid, der Rest vermutlich zu Oxalsäureperoxianhydrid.

Reaktionsgleichung 1,2-Dioxetandion zu Kohlendioxid und Oxalsäureperoxyanhydrid

Dieses substituierte Dioxiran oder vielmehr der Zerfall dieses Moleküls bildet nun die entscheidende Grundlage für die Lumineszenz. Das sehr instabile Oxalsäureperoxianhydrid zerfällt seinerseits erst mal unter Abgabe von Kohlenstoffmonoxid zu Dioxiranon. Die Reaktion stoppt an dieser Stelle nicht, sodass es nun auch zu einem Zerfall des Dioxiranons zu einem weiteren Molekül Kohlenstoffmonoxid und atomarem Sauerstoff kommt.

Reaktionsgleichung Oxalsäureperoxyanhydrid zu Kohlenmonoxid und atomaren Sauerstoff

Das Sauerstoffradikal reagiert mit dem reichlich vorhandenen Kohlenstoffmonoxid zu angeregtem Kohlenstoffdioxid. Die Energie der Anregung kann auf den zu Anfang zugesetzten Sensibilisator, das Luminophor, übertragen werden. Das jetzt elektronisch angeregte Luminophor kann in den unangeregten Grundzustand zurückkehren, in dem die aufgenommene Energie in Form von Licht abgegeben wird:

Reaktionsgleichung Lumineszenz

Dieser Reaktionsablauf wäre der „Idealfall“. Doch ist es leider nicht so einfach, diesen Fall zu erwirken. Durch das Vorhandensein von recht reaktiven Verbindungen, vor allem der erwähnten Radikale und des Peroxids, kann es durchaus zu einer Vielfalt von unerwünschten Nebenreaktionen kommen, die den Reaktionsablauf hemmen oder erst gar nicht zustande kommen lassen.

Es ist allerdings möglich, die Reaktion durch Wahl geeigneter äußerer Bedingungen, wie dem Lösungsmittel oder dem richtigen pH-Bereich, in die gewünschte Richtung zu lenken.

 

Versuchsdurchführung:

In eine 100mL Gewindeflasche werden 0.6g Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat und 100mL Essigsäureethylester gegeben. Es wird jetzt, solange geschüttelt bis sich möglichst viel des Oxalsäureesters gelöst hat.

Die Natronlauge 0.3% wird durch Lösen von 0.3g Natriumhydroxid in 99.7g Wasser hergestellt. Analog wird auch die Natriumbenzoat-Lösung bzw. Natriumsalicylat-Lösung hergestellt.

In das bereitgestellte Reagenzglas werden nun 5mL der Oxalsäureesterlösung, 4 Tropfen Natronlauge 0.3% oder 1mL Natriumbenzoat-Lösung 0.3% bzw. 1mL Natriumsalicylat-Lösung 0.3%, eine Spatelspitze Luminophor und 1mL Wasserstoffperoxid 30% gegeben. Das Reagenzglas wird mit einem Gummistopfen verschlossen und kräftig geschüttelt. Es zeigt sich augenblicklich eine sehr helle Chemolumineszenz.

 

Quelle der Herstellungsvorschrift, Reaktionsgleichungen: Christopher Lebeau, »icon Chemolumineszenz der Oxalsäureester unter besonderer Berücksichtigung substituierter kondensierter benzoider Aromaten und ihre Wirkung als Luminophore«, 2006

 

So sieht es aus:

Chemolumineszenz mit Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat Chemolumineszenz mit Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat Chemolumineszenz mit Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat

 

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